Viele Unternehmen sind sich unsicher, ob und wie sie sich in sozialen Netzwerken präsentieren sollen. Auf Facebook haben einige Unternehmen schon Erfahrungen gesammelt, mit recht unterschiedlichen Erfolgen. Seit November letzten Jahres können Unternehmen nun auch auf Google+ ein Profil anlegen. Sollten Unternehmen nun also auch dort einsteigen? Bringt das was? Und was ist überhaupt der Unterschied zwischen Google+ und Facebook? Wir bringen Licht ins Dunkel und klären die wichtigsten Fragen zu den Unternehmensprofilen bei Google+ und Facebook.
Google+ hat seine Unternehmensseiten (oder Google+ Pages, wie sie offiziell heißen) erst im November letzten Jahres gelauncht. Optisch unterscheiden sie sich kaum von den normalen Personenprofilen. Der Funktionsumfang ist derzeit noch recht gering. Das Besondere bei Google+ ist die Einteilung der Kontakte in Kreise. Nutzer können andere Nutzer oder Unternehmensseiten ihren „Kreisen“ hinzufügen und abonnieren dadurch deren Beiträge. Um Spamming zu verhindern, können Unternehmensseiten allerdings nur die Nutzer zu ihren Kreisen hinzufügen, von denen sie bereits „eingekreist“ wurden; Unternehmen können also nicht wahllos Personen zu ihren Kreisen hinzufügen. Für Unternehmensseiten ist eine Reihe an Kreisen bereits voreingestellt (Kunden, VIP’s, Mitarbeiter, Follow), es können aber beliebig viele weitere Kreise erstellt werden. Interessant ist auch die „Hangout“-Funktion, mit der direkt in Google+ Videochats mit Mitarbeitern oder Kunden möglich sind.
Facebook ist mit rund 845 Millionen aktiver Nutzer weltweit das größte soziale Netzwerk. Die Unternehmensseiten (oder Fan Pages) gibt es dort schon seit langem. Dementsprechend gibt es auch schon eine beträchtliche Anzahl an Unternehmen, die die Plattform nutzen, und die Fan Pages sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des sozialen Netzwerks geworden. Facebook bietet eine eigene kleine Programmiersprache (FBML), mit der Unternehmen die verschiedensten Anwendungen auf ihrem Facebook-Profil erstellen können. So können zum Beispiel Gewinnspiele, Wettbewerbe oder interaktive multimediale Anwendungen in den Facebook-Auftritt integriert werden. Auch ist es möglich, unterschiedliche Landingpages für Fans und Nicht-Fans zu gestalten. Sogar umfangreiche Anwendungen wie komplette Shops können in das Facebook-Profil integriert werden. Sollte die neue Facebook Timeline auch für Unternehmen kommen, werden sich noch weitere individuelle Gestaltungsmöglichkeiten ergeben.
Das Duell zwischen Google+ und Facebook ist noch lange nicht beendet. Man wird beobachten müssen, wie sich die beiden Plattformen weiterentwickeln. Im Moment muss man jedoch sagen, dass die Google+ Unternehmensseiten mit den Facebook Fan Pages noch nicht ganz mithalten können. Sicherlich wird Google nach und nach immer mehr Features anbieten, aber derzeit ist der Funktionsumfang einfach noch zu gering. Auch sind die Möglichkeiten, sein Profil individuell zu gestalten recht begrenzt. Zudem dürfte das Gewinnspiel-Verbot auf den Google+ Pages ein großer Nachteil sein. Auf der anderen Seite sollten die positiven SEO-Effekte nicht vergessen werden.
Google+ ist gewiss nicht nur irgendein Facebook-Konkurrent. Die beiden Plattformen verfolgen unterschiedliche Ziele und dementsprechend unterscheiden sich auch die Zielgruppe und die Funktionen. Umfragen zufolge wird Facebook z.B. ein höherer „Fun-Faktor“ zugeschrieben, es gilt als „trendy“ und persönlicher als Google+, somit dürfte sich die Plattform besonders gut für das Customer Relationship eignen. Google+ hingegen wirkt mit seinem aufgeräumten, modernen Design deutlich seriöser als Facebook, wodurch es gut für die Marken-Kommunikation genutzt werden kann.
Viele Unternehmen werden in beiden Netzwerken einen Account unterhalten. Mit der Zeit wird sich dann zeigen, welche Plattform für welchen Zweck die geeignetere ist.
G+ schafft es nicht
Ich bezweifel, dass sich Google+ zu einem wirklichen Konkurrenten zu Facebook entwickelt. Dafür besitzt die Plattform noch deutlich zu wenig Potentiale. Zudem wandern ja auch immer mehr Leute von Facebook ab (der komplette social commerce Bereich z.B.) und Anbieter wie Zynga, die ja früher nur auf Facebook ihre Spiele angeboten haben, entwickeln auch eigene Plattformen und wollen Traffic abziehen und unabhängiger werden. Ich bin gespannt, was sich da entwickelt.